Geschäftsbereich Netze
Die Energiewende stellt das Stromsystem vor neue Herausforderungen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die zunehmende Elektrifizierung verstärken die Schwankungen von Angebot und Nachfrage. Mit gezielten Investitionen stärkt ebs die Stabilität des Verteilnetzes und sichert so eine zuverlässige sowie wirtschaftliche Stromversorgung.
Das Jahr in Kürze
Die grösste Herausforderung
Die Energiewende braucht Flexibilität: Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der zunehmenden Elektrifizierung schwanken Angebot und Nachfrage im Stromsystem immer stärker. Flexibilität im Stromsystem hilft, diese Schwankungen auszugleichen.
Der grösste Erfolg
Für die zweite Etappe der Hochspannungsleitung zwischen den Unterstationen Hinterthal und Wernisberg wurden während rund sechs Monaten über 100 Standortverhandlungen geführt. Sämtliche Dienstbarkeitsverträge konnten erfolgreich abgeschlossen werden.
Die grösste Überraschung
Der Eigenverbrauch gewinnt weiter an Akzeptanz. Zunehmend wird erkannt, dass die Nutzung von Solarstrom vor Ort das Netz entlastet, einen unnötigen Ausbau verhindert und zur Stabilität der Netztarife beiträgt.
Stefan Vogler
Geschäftsbereichsleiter Netze
Investition in das Verteilnetz
Mit Investitionen von rund 5,5 Millionen Franken tätigte die ebs Energie AG auch im Jahr 2025 gezielte Ausgaben in die Weiterentwicklung ihrer Netzinfrastruktur. Diese Investitionen erhöhen die Versorgungssicherheit nachhaltig und schaffen die Grundlage für den wachsenden Anteil dezentraler Energieerzeugung.
Im Berichtsjahr wurden unter anderem mehrere Kilometer Freileitungen zurückgebaut, bestehende Leitungen erneuert und verstärkt sowie zahlreiche neue Anschlüsse realisiert. Gleichzeitig wurde der Glasfaserausbau weiter vorangetrieben und Trafostationen neu erstellt oder umgebaut.
| Leitungsnetz und -bau | 2025 |
|---|---|
| Freileitung Niederspannung zurückgebaut | 5 372 Meter |
| Freileitung Hochspannung zurückgebaut | 7 555 Meter |
| Neuverkabelung Niederspannung (inklusive Verstärkung) | 16 815 Meter |
| Neuverkabelung Mittelspannung (inklusive Verstärkung) | 6 593 Meter |
| Anschlüsse neu | 24 Stück (2 166 Meter Kabel) |
| Anschlüsse saniert | 16 Stück (1 614 Meter Kabel) |
| KVK/T und KVK neu | 19 Stück |
| Verteilkabinen VK/T neu | 6 Stück |
| Stangenunterhalt Mittel- und Niederspannung | 143 Stück |
| Kabelzug LWL (Glasfaser) | 32 443 Meter |
| Kabelzug Strassenbeleuchtung | 3 317 Meter |
| Trafostationen neu | 4 Stück |
| Trafostationen Umbauten | 8 Stück |
Rückbau der Hochspannungsfreileitung Sahli–Bisisthal
Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen 50-kV-Leitung zwischen den Unterwerken Sahli und Bisisthal konnte die bestehende Hochspannungsfreileitung zurückgebaut werden. Über mehr als 60 Jahre hatte sie zuverlässig Energie aus dem Kraftwerk Sahli in Richtung Schwyz transportiert.
Der Rückbau erfolgte mehrheitlich während der Wintermonate bei Schneelage, um die Landschaft möglichst zu schonen. Dank entsprechend geschultem Fachpersonal konnten die Arbeiten grösstenteils durch ebs selbst ausgeführt werden. Die Mastfundamente wurden vollständig entfernt, sodass keine sichtbaren Überreste der alten Leitung zurückbleiben. Ein grosser Teil der Materialien, darunter Beton und Kupfer, konnte wiederverwertet werden.
Bereits heute ist das frühere Trassee kaum mehr erkennbar, da sich die Landschaft rasch erholt hat. Lediglich im Wald sind die früheren Schneisen des Niederhalts noch sichtbar – diese werden jedoch mit der Zeit ebenfalls verschwinden.
Unterstation Hinterthal: Stabilität für die nächsten Jahrzehnte
Nach rund 40 Betriebsjahren wurde einer der beiden Leistungstransformatoren in der Unterstation Hinterthal ersetzt. Der Transformator ist ein zentrales Element zur Spannungsumwandlung und Netzstabilisierung. Während der gesamten Ersatzarbeiten blieb die Stromversorgung jederzeit ohne Unterbruch gewährleistet. Das Projekt konnte Ende 2025 planmässig abgeschlossen werden.
Investitionen in die Netzverfügbarkeit
Auch im Jahr 2025 investierte ebs gezielt in die Ertüchtigung des Leitungsnetzes. Dazu gehörte unter anderem der Holzstangenersatz bei der Freiluftstation TS Augustinerberg im unteren Stoos. Nach der Inbetriebnahme der erneuerten Anlagen ist die Verfügbarkeit dieses Leitungsabschnitts für die kommenden Jahre sichergestellt.
Neues Asset-Tool
Mit der Einführung eines neuen Asset-Tools erreichte ebs einen wichtigen Meilenstein in der Planung und im Betrieb des Netzes. Das System Abacus unterstützt die Monteure mit einer vereinfachten Handhabung im Unterhalt und liefert der Planung eine verbesserte Datengrundlage.
Melde- und Messwesen
Das Melde- und Messwesen war im Zuge des neuen Stromgesetzes stark gefordert. Die Umsetzung der regulatorischen Vorgaben für virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) sowie für lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) stellte hohe technische und organisatorische Anforderungen.
Insbesondere müssen alle beteiligten Messpunkte jederzeit lückenlose Lastgänge liefern, um eine korrekte Abrechnung und transparente Energiebilanzierung sicherzustellen. Dies erfordert eine hohe Verfügbarkeit der Messsysteme und zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Systemstabilität.
Beim Smart-Meter-Rollout ist ebs auf Kurs: Ende 2025 waren rund 70 Prozent der Smart Meter installiert. Die vollständige Umsetzung wird voraussichtlich bis Anfang 2027 abgeschlossen.
Neue Netzanschlussrichtlinie
Im Berichtsjahr hat die ebs Energie AG ihre Netzanschlussrichtlinien umfassend überarbeitet und per 1. Januar 2026 in Kraft gesetzt.
Ziel der Neufassung war es, klare, transparente und zukunftsfähige Rahmenbedingungen für den Netzanschluss von Endverbrauchenden, Energieerzeugungsanlagen und Speichern zu schaffen. Dabei wurden insbesondere die wachsenden Anforderungen durch dezentrale Stromproduktion, Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) sowie neue Speicherlösungen berücksichtigt. Die Richtlinie regelt neu detailliert die Anschlussbedingungen für Energieerzeugungsanlagen mit vertraglich vereinbarten Einspeiseleistungen und schafft die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit zur begrenzten, unentgeltlichen Abregelung zur Sicherstellung eines stabilen Netzbetriebs.
Parallel dazu wurden die Netzkosten- und Netzanschlussbeiträge überprüft und moderat an die aktuelle Kostenentwicklung angepasst. Während die Netzanschlussbeiträge weiterhin die effektiv anfallenden Erstellungskosten abbilden, wurden einzelne Pauschalen leicht erhöht.
Mit der neuen Netzanschlussrichtlinie stellt die ebs Energie AG sicher, dass der diskriminierungsfreie Netzzugang, die Versorgungssicherheit und der effiziente Netzausbau auch unter den Rahmenbedingungen der Energiewende langfristig gewährleistet bleiben.