Geschäftsbereich Kunden
Der Wandel in der Energiebranche setzte sich 2025 mit spürbarer Dynamik fort. Die Themen wurden anspruchsvoller, eröffneten aber auch neue Chancen. Die deutliche Zustimmung zur Konzessionserneuerung unterstrich die breite Unterstützung der Bevölkerung, den eingeschlagenen Weg aktiv weiterzugehen.
Das Jahr in Kürze
Die grösste Herausforderung
Die Umsetzung des neuen Stromgesetzes blieb auch 2025 eine zentrale Herausforderung. Nach der ersten Umsetzungsphase ging das Projekt in die nächste Runde und beanspruchte weiterhin nahezu alle Bereiche von ebs in hohem Mass.
Der grösste Erfolg
Mit dem Start der KI-Strategie setzte ebs ein wichtiges Zeichen. Seit der Einführung eines KI-basierten Chatbots auf der ebs-Website unterstützt dieser den Kundenservice spürbar und schafft einen deutlichen Mehrwert.
Die grösste Überraschung
Der anhaltende Erfolg der ebs-Eigenverbrauchslösung entwickelte sich überraschend stark. Mit der Einführung des virtuellen Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (vZEV) erhielt das Modell zusätzlichen Auftrieb.
Stefan Weber
Geschäftsbereichsleiter Kunden
Konzessionserneuerung
Im Vorfeld der Abstimmung zur Konzessionserneuerung führte ebs drei Informationsabende in Oberarth, Unteriberg und Schwyz durch. Dabei wurde die Bevölkerung aus erster Hand informiert, und offene Fragen wurden beantwortet. Ergänzend begleiteten Plakatkampagnen, Inserate, Social-Media-Beiträge sowie weitere Kommunikationsmassnahmen den Abstimmungsprozess.
Am 18. Mai 2025 stimmten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Bezirks Schwyz mit 95,3 Prozent Jastimmen der weiteren Nutzung der Wasserkraft an der Muota für 80 Jahre zu. Dieses aussergewöhnliche Ergebnis wurde von der ebs-Belegschaft in der Betriebszentrale der Muotakraftwerke in Muotathal gemeinsam gefeiert.
Am 18. September 2025 erfolgte im ältesten Muotakraftwerk, dem Kraftwerk Bisisthal, die offizielle Vertragsunterzeichnung zur Konzessionserneuerung. Vertreter des Bezirks Schwyz, der OAK, der Genossame Muotathal, der Korporation Uri sowie von ebs unterzeichneten den Vertrag. Ansprachen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie historische Einblicke von Nationalrat Dominik Blunschy, dessen Grossvater Dr. iur. Alfred Blunschy ebs vor bald 75 Jahren mitgegründet hat, rundeten den Anlass ab.
Muotastrom-Fonds
Der Muotastrom-Fonds förderte auch im Jahr 2025 Innovation und Sensibilisierung im Energiebereich. Unterstützt wurden unter anderem ein Kleinwasserkraftwerk sowie diverse Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, darunter der Ersatz von Heizungen, Beleuchtungssanierungen und die Anschaffung von Elektrofahrzeugen.
Ergänzend wurden Bildungsangebote wie Energielektionen, das Programm Energieschulen, Kraftwerksführungen und das Ferienpassangebot weitergeführt.
Ende 2025 wurde das Förderprogramm des Muotastrom-Fonds überarbeitet. Im Fokus stehen seither verstärkt Massnahmen zur Stromeffizienz, insbesondere im Winterhalbjahr. Damit trägt der Fonds den Anforderungen des Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung Rechnung und unterstützt die Ziele der Energiewende.
Muota-Tag bei der Lindauer AG
Im Jahr 2025 lud ebs bereits zum dritten Mal zum Muota-Tag ein. Der Anlass richtet sich an Kundinnen und Kunden, die mit dem Bezug eines Mehrwert-Stromprodukts aktiv zur Förderung der regionalen, nachhaltigen Energieproduktion beitragen.
Der Muota-Tag führte zur Lindauer AG in Steinen. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in innovative Produktionsprozesse, darunter ein leimloses Stecksystem für Möbel sowie der neue Energieturm, der Holzreste effizient in Energie umwandelt. Der Anlass klang bei einem gemeinsamen Apéro aus.
Eigene Sonnenkraftwerke
Während das Potenzial der Wasserkraft weitgehend ausgeschöpft ist, bleibt die Sonnenenergie ein zentrales Entwicklungsfeld. Obwohl der Ausbau von Photovoltaikanlagen insgesamt leicht hinter den Erwartungen zurückblieb, sind Anlagen mit hohem Eigenverbrauch weiterhin wirtschaftlich attraktiv.
Im Januar 2025 nahm ebs die Photovoltaikanlage auf der Betriebszentrale in Muotathal in Betrieb. Mit einer Leistung von 271 kWp zählt sie zu den grössten Anlagen im Dorfgebiet. Dank der zentralen Lage kann ein grosser Teil der erzeugten Energie vor Ort genutzt werden, wodurch das Verteilnetz nur gering belastet wird.
Im Sommer 2025 folgte die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage auf dem Werkhof in Ibach mit einer Leistung von 145 kWp. Auch diese Anlage profitiert von einer hohen lokalen Nachfrage ausserhalb der eigenen Gebäude.
Einführung ebs-Chatbot
Im November 2025 wurde auf der ebs-Website ein KI-basierter Chatbot eingeführt. Er erleichtert den Zugang zu Informationen, beantwortet häufige Fragen schnell und steht den Kundinnen und Kunden rund um die Uhr zur Verfügung. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung und zeitgemässer Kundenkommunikation umgesetzt.
Strom teilen in der Nachbarschaft
Seit 2025 ermöglicht der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV), selbst produzierten Strom mit weiteren Haushalten über einen gemeinsamen Netzanschlusspunkt zu teilen. Die konkreten Möglichkeiten werden von ebs individuell geprüft und auf Anfrage erläutert.
Ab 2026 wird zudem die Gründung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) möglich. Damit kann selbst produzierter Strom über das bestehende Stromnetz innerhalb derselben Gemeinde und Netzebene verteilt werden. ebs bereitet die entsprechenden Grundlagen vor und begleitet Kundinnen und Kunden bei der Umsetzung.