Geschäftsbereich Energie
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einer unterdurchschnittlichen Stromproduktion infolge trockener Witterung sowie der Stilllegung des Kraftwerks Glattalp. Gleichzeitig bildeten die Zustimmung zur neuen Konzession bis ins Jahr 2110 sowie gezielte Investitionen in Anlagen, Inspektionen und Betriebssicherheit eine solide Grundlage für die langfristige Nutzung der Wasserkraft an der Muota.
Das Jahr in Kürze
Die grösste Herausforderung
Die Sanierung des Schrägschachts im steilen Stollen des Kraftwerks Glattalp stellte hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Koordination. Besonders anspruchsvoll war es, die Arbeiten unter engen Platzverhältnissen effizient und gleichzeitig sicher durchzuführen.
Der grösste Erfolg
Nach 15 Jahren intensiver Vorbereitung stimmten alle Konzedenten dem neuen Konzessionsvertrag mit grossem Mehr zu. Damit ist die langfristige Nutzung der Muotakraftwerke gesichert und eine zentrale Voraussetzung für kommende Investitionen geschaffen.
Die grösste Überraschung
Überraschend schnell passten sich die Kundinnen und Kunden an die neuen Sommer-Tarifzeiten an. Gleichzeitig zeigte sich bei neuen Photovoltaikanlagen ein klarer Trend hin zu alternativen Ausrichtungen, die über die klassische Südausrichtung hinausgehen.
Jonas Bürgler
Geschäftsbereichsleiter Energie
Stromproduktion unter schwierigen Bedingungen
Die Muotakraftwerke produzierten im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 189,5 Millionen kWh Strom. Gegenüber dem Vorjahr mit 248,9 Millionen kWh entspricht dies einer Abnahme von 23,9 Prozent und liegt auch deutlich unter dem langjährigen Mittel von rund 220 Millionen kWh.
Das Jahr begann trocken und schneearm, die Schneeschmelze setzte früh ein und war rasch abgeschlossen. Auch der Sommer verlief überwiegend trocken, während der Herbst nur durchschnittliche Niederschläge brachte. Lediglich der Januar lag leicht über dem langjährigen Monatsmittel, alle übrigen Monate blieben darunter. Mit einer Jahresniederschlagsmenge von 1 771 Millimeter lag das Bisisthal deutlich unter dem Vorjahreswert von 2 059 Millimeter.
Zusätzlich wirkte sich die Stilllegung der Maschine Glattalp im Zuge der Schrägschachtsanierung spürbar auf die Jahresproduktion aus. Insgesamt resultierte daraus das fünftschlechteste Produktionsjahr in der Geschichte der Muotakraftwerke.
Beiträge aus Kleinkraftwerken und Photovoltaik
Regionale Kleinkraftwerke lieferten 2025 insgesamt 17,15 Millionen kWh Strom an ebs. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Der ökologische Mehrwert dieser Produktion konnte grösstenteils gegen Entschädigung gesichert werden.
Ende 2025 betrug die installierte Photovoltaikleistung im Versorgungsgebiet 26 000 kW. Insgesamt wurden 14,5 Millionen kWh Solarstrom an ebs abgegeben. Der kontinuierliche Ausbau der dezentralen Stromproduktion verändert die Lastprofile zunehmend und stellt neue Anforderungen an Beschaffung, Netzbetrieb und Tarifsysteme.
Stromabgabe und Verbrauchsentwicklung
Die Stromabgabe an Endkundinnen und Endkunden inklusive Netzverlusten nahm gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent ab. Leicht tiefere Temperaturen konnten den weiter zunehmenden Eigenverbrauch aus Photovoltaikanlagen nicht kompensieren. Nach Abzug der Verteilnetzverluste resultierte ein Endverbrauch der Detailkunden von 146,8 Millionen kWh.
Die maximale Vertriebslast betrug 31,8 MW und wurde am 14. Januar 2025 um 9 Uhr registriert. Der Absatz ökologischer Stromprodukte wie Muota pur, Muota öko und Muota sun nahm erneut zu und bestätigt die wachsende Nachfrage nach einheimischer erneuerbarer Energie.
Stromaustausch und Marktintegration
Aufgrund der saisonal unausgeglichenen Produktions- und Verbrauchssituation pflegte ebs auch im Jahr 2025 einen intensiven Energieaustausch mit der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) sowie weiteren Partnern. Die Stromabgabe an die CKW-Bilanzgruppe betrug 100,1 Millionen kWh und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stieg der physikalische Energiebezug auf 47,4 Millionen kWh.
Der gesamte physikalische Stromumsatz belief sich auf 254,1 Millionen kWh, was einer Abnahme von 14,5 Prozent entspricht. Davon entfielen 62,4 Prozent auf das Sommer- und 37,6 Prozent auf das Winterhalbjahr.
Stromhandel und Systemdienstleistungen
Zur Reduktion von Beschaffungs- und Vermarktungsrisiken deckt ebs offene Positionen im Energieportfolio mit langfristigen Standardprodukten sowie kurzfristig mit am Vortag gehandelten Day-ahead-Produkten ab. Abweichungen zwischen Prognose und effektivem Verbrauch werden über Ausgleichsenergie mit der CKW ausgeglichen.
Zusätzlich stellte ebs der nationalen Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid zeitweise Leistungen aus dem eigenen Kraftwerkpark für Systemdienstleistungen zur Verfügung. Das dafür eingesetzte Energievolumen betrug 27,7 Millionen kWh. Insgesamt überstieg das Handelsvolumen den physikalischen Stromaustausch erneut deutlich. Dadurch konnte die Region weiterhin vollständig mit einheimischer erneuerbarer Energie versorgt werden.
Erneuerte Konzession als Meilenstein
Der Erneuerung der Konzession für die Muotakraftwerke stimmten alle Konzedenten mit grossem Mehr zu. Ausstehend ist lediglich noch der Bundesratsbeschluss zur Schutz- und Nutzungsplanung. Damit ist die Nutzung der Muota bis 2110 grundsätzlich gesichert.
Parallel dazu wurden erste Planungsarbeiten für die Sanierungsmassnahmen in den Bereichen Schwall und Sunk, Fischgängigkeit sowie Geschiebe aufgenommen. Die entsprechenden Baugesuche sollen bis Ende 2026 eingereicht werden.
Inspektionen, Erneuerungen und Sanierungen
Die periodische Druckleitungskontrolle im Hüribach wurde erstmals mittels Panoramakamera durchgeführt. Dadurch konnten Aufwand und Kosten reduziert werden, während der sehr gute Zustand der Leitung bestätigt wurde. Sämtliche Pelton-Laufräder bestanden zudem die turnusmässige magnetische Rissprüfung ohne kritische Befunde.
Zur Sicherstellung des Winterbetriebs wurde das Aggregat Hüribach inklusive Steuerung vollständig erneuert. Im Kraftwerk Glattalp erfolgte ein Umbau der Kugelschiebersteuerung, begünstigt durch die ohnehin bestehende Stillstandzeit.
Im Kraftwerk Bisisthal wurden die Klappenseile der Stauklappen ersetzt und die Klemmkörper geprüft. Die Wicklungsdiagnose aller Generatoren bestätigte trotz fortschreitender Alterung weiterhin einen sehr guten Zustand.
Schrägschachtsanierung Glattalp
Im Jahr 2025 wurde das Kraftwerk Glattalp vollständig stillgelegt und die rund einen Kilometer lange Druckleitung im Schrägschacht erneuert. Nach dem Rückbau der alten Leitung wurden Fundamente und Felsbereiche saniert, neue Fundamente verankert und ab Sommer die neuen Rohre eingebaut.
Die Arbeiten im 43 Grad steilen Schrägschacht erforderten eine präzise Koordination, da jeweils nur an einem Ort gearbeitet werden konnte. Aufgrund von Verzögerungen konnte das Projekt Ende 2025 noch nicht abgeschlossen werden. Die Wiederinbetriebnahme der Maschine Glattalp erfolgte im Januar 2026.
Jahresproduktion Muotakraftwerke
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Mio. kWh | Mio. kWh | Mio. kWh | |
| Sahli–Glattalp | 0,0 | 15,0 | 9,9 |
| Sahli–Ruosalp | 17,5 | 20,0 | 19,2 |
| Bisisthal | 43,9 | 62,0 | 55,1 |
| Hinterthal–Hüribach | 18,5 | 22,7 | 19,9 |
| Hinterthal–Muota | 38,9 | 41,6 | 43,5 |
| Wernisberg | 69,2 | 86,0 | 75,8 |
| Ibach | 1,5 | 1,6 | 1,7 |
| Total Eigenproduktion | 189,5 | 248,9 | 225,0 |
Strombezug und -abgabe 2025
Strombezug und -abgabe 2025
| Bezug | Mio. kWh |
|---|---|
| Produktion Muotakraftwerke | 189,5 |
| Von CKW | 47,4 |
| Von Dritten | 17,2 |
| Total | 254,1 |
| Abgabe | |
| An Endkunden ebs | 146,8 |
| An CKW | 100,2 |
| An Elektrogenossenschaft Bisisthal | 0,4 |
| Stromverluste | 6,7 |
| Total | 254,1 |