Finanzkommentar
Stromproduktion
Die Muotakraftwerke produzierten im vergangenen Geschäftsjahr 189.5 Millionen Kilowattstunden (Mio. kWh) Strom. Im Vergleich zur Vorjahresproduktion von 248.9 Mio. kWh ist dies eine Abnahme um 23.9 Prozent. Auch gegenüber dem langjährigen Mittel von rund 220 Mio. kWh ist das Ergebnis unterdurchschnittlich. Das Jahr begann trocken und schneearm, die Schneeschmelze setzte früh ein. Auch Sommer und Herbst brachten wenig Niederschläge, fast alle Monate lagen unter dem langjährigen Mittel. Zusätzlich wirkte sich die Stilllegung der Maschine Glattalp im Zuge der Schrägschachtsanierung spürbar auf die Jahresproduktion aus. Regionale Kleinkraftwerke lieferten 2025 insgesamt 17.2 Mio. kWh (Vorjahr 12.5 Mio. kWh) Strom an ebs. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Der ökologische Mehrwert dieser Produktion konnte grösstenteils gegen Entschädigung gesichert werden. Ende 2025 betrug die installierte Photovoltaikleistung im Versorgungsgebiet 26 000 kW. Daraus wurden 14.5 Mio. kWh Solarstrom an ebs abgegeben.
Erfolgsrechnung
Der Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen beträgt 60.0 Mio. Franken (Vorjahr 63.7 Mio. Franken). Dementsprechend ist auch der Betriebsaufwand stark gesunken und beträgt neu 58.5 Mio. Franken. Der Personalaufwand ist unter anderem aufgrund von neu geschaffenen Stellen gegenüber dem Vorjahr angestiegen und liegt neu bei 13.8 Mio. Franken (Vorjahr 12.8 Mio. Franken). Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern liegt bei 1.5 Mio. Franken. Nach Verrechnung von Finanz- und Immobilienerfolg sowie einem Steueraufwand von rund 0.3 Mio. Franken resultiert ein Jahresgewinn von rund 2.1 Mio. Franken.
Bilanz
Das Umlaufvermögen beträgt 47.5 Mio. Franken. Der Bestand an flüssigen Mitteln inklusive Festgelder betrug am Bilanzstichtag 30.9 Mio. Franken. Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme von 124.3 Mio. Franken liegt bei 38.2 Prozent. Das Anlagevermögen (inkl. nicht einbezahltes Aktienkapital) liegt bei 76.8 Mio. Franken und entspricht 61.8 Prozent der Bilanzsumme. Der bilanzierte Wert der Beteiligungen hat gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen und wird mit 9.5 Mio. Franken ausgewiesen. Die Reserven haben sich auch im vergangenen Geschäftsjahr leicht erhöht und belaufen sich neu auf 42.1 Mio. Franken. Das Eigenkapital mit einem Bestand von 60.2 Mio. Franken entspricht 48.5 Prozent der Bilanzsumme. Der Anteil des Fremdkapitals an der Bilanzsumme beträgt 51.5 Prozent und liegt neu bei 64.0 Mio. Franken.
Risikobeurteilung
Der Verwaltungsrat hat sich aufgrund einer unternehmensspezifisch erstellten Risikomatrix mit den Risiken, die für den ganzen Konzern wesentlich sind, auseinandergesetzt und wo nötig Massnahmen beschlossen. Mit den im IMS-Prozess (Integriertes Management- System) definierten Werkzeugen, wie zum Beispiel der ISO-Zertifizierung oder dem IKS-Audit, werden die Risiken laufend überwacht und bewertet. Die jeweiligen auch von extern durchgeführten Audits bestätigen, dass die Massnahmen zweckmässig sind und eingehalten werden. Auch in diesem Jahr erfolgte eine Überprüfung und Berichterstattung über die Einhaltung der Sorgfalts- und Transparenzvorschriften nach Art. 964 j-l OR. Die durchgeführte Verdachtsprüfung hat keinen konkreten begründeten Verdacht betreffend Kinderarbeit und Mineralien aus Konfliktregionen ergeben, sodass ebs für das Geschäftsjahr 2025 wiederum von der Berichterstattungspflicht befreit ist.
Aussichten 2026
Nachdem im vergangenen Geschäftsjahr die Abstimmungen betreffend der Konzessionserneuerung erfolgreich durchgeführt werden konnten, geht es nun um die konkrete Umsetzung der Massnahmen. Aktuell laufen die Ausarbeitungen der Bauprojekte zur Sanierung Wasserkraft, aber auch mit der Projektierung der Ausbaumassnahmen, insbesondere mit dem Projekt zur Teilabdichtung des Glattalpsees, wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 gestartet. Weiter läuft derzeit das Baubewilligungsverfahren zur zweiten Etappe (KW-Hinterthal bis KW-Wernisberg) der Erneuerung der NE3-Freileitung Sahli bis Ibach. Gemäss Plan soll auch bei diesem Projekt mit den Bauarbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2026 begonnen werden. Diverse neue Regelungen und Massnahmen aus der Revision des StromVG führen zu mehreren Anpassungen in der Prozesslandschaft aber auch zum Aufbau von zusätzlichen Ressourcen. Die ebs Energie AG ist in dieser Fragestellung gut gerüstet und vorbereitet.