Finanzen

Finanz­kommentar (ebs Energie AG)

Stromproduktion

Das Geschäftsjahr 2023 kann in Bezug auf die Stromproduktion durch die Muotakraftwerke als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Diese ist gegenüber dem Vorjahr um rund 19.3 Prozent gestiegen. Obwohl der Sommer eher trocken ausgefallen ist, haben die vielen Niederschläge im Herbst und insbesondere die nassen Monate November und Dezember zu diesem guten Ergebnis beigetraten. Gesamthaft sind somit rund 225 Millionen Kilowattstunden (Mio. kWh) Muotastrom produziert worden. Im Vorjahr waren es 188 Mio. kWh. Auch das langjährige Mittel von rund 220 Mio. kWh wurde mit dem Ergebnis übertroffen.

Damit eine solch grosse Produktion erreicht werden kann, muss der Kraftwerkspark auch zuverlässig verfügbar sein. Vorsorgliche und regelmässige Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten sind deshalb zwingend notwendig.

Die Einspeisungen aus den regionalen Kleinkraftwerken, insbesondere auch aus den viel Photovoltaikanlagen, steigen kontinuierlich an und liegen aktuell bei 9.98 Mio. kWh. Der entsprechende ökologische Mehrwert konnte grösstenteils gegen Entschädigung für ebs gesichert werden. Die gesamthaft installierte Photovoltaikleistung betrug Ende des vergangenen Geschäftsjahres 17.55 Megawatt (MW).

Erfolgsrechnung

Die grossen preislichen Verwerfungen auf den Energiemärkten, welche uns im Jahr 2022 noch intensiv beschäftigt haben, haben sich mittlerweile zwar auf höherem Niveau, aber dennoch nachhaltig stabilisiert. Der Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen beträgt 66.1 Mio. Franken (Vorjahr 74.3 Mio. Franken). Dementsprechend ist auch der Betriebsaufwand stark gesunken und beträgt neu 63.4 Mio. Franken. Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr etwas angestiegen und liegt neu bei 11.9 Mio. Franken (Vorjahr 11.2 Mio. Franken).

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern liegt bei 2.7 Mio. Franken. Nach Verrechnung von Finanz- und Immobilienerfolg, einem periodenfremden Aufwand sowie einem Steueraufwand von rund 0.5 Mio. Franken resultiert ein Jahresgewinn von rund 2.6 Mio. Franken.

Bilanz

Das Anlagevermögen (inklusive nicht einbezahltes Aktienkapital) liegt bei 79.9 Mio. Franken und entspricht 66.7 Prozent der Bilanzsumme. Der bilanzierte Wert der Beteiligungen hat sich gegenüber dem Vorjahr verändert und liegt aufgrund von Wertberichtigungen neu bei 9.5 Mio. Franken. Das Umlaufvermögen beträgt 39.8 Mio. Franken. Der Bestand an flüssigen Mitteln inklusive Festgelder betrug am Bilanzstichtag 22.6 Mio. Franken. Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme von 119.7 Mio. Franken liegt bei 33.3 Prozent.

Die Reserven haben sich auch im vergangenen Geschäftsjahr leicht erhöht und belaufen sich neu auf 38.8 Mio. Franken. Das Eigenkapital mit einem Bestand von 57.7 Mio. Franken entspricht 48.2 Prozent der Bilanzsumme. Der Anteil des Fremdkapitals an der Bilanzsumme beträgt 51.8 Prozent und liegt neu bei 62.0 Mio. Franken.

Risikobeurteilung

Der Verwaltungsrat hat sich aufgrund einer unternehmensspezifisch erstellten Risikomatrix mit den Risiken, die für den ganzen Konzern wesentlich sind, auseinandergesetzt und wo nötig Massnahmen beschlossen. Mit den im IMS-Prozess (Integriertes Management-System) definierten Werkzeugen, wie zum Beispiel der ISO-Zertifizierung oder dem IKS-Audit, werden die Risiken laufend überwacht und bewertet. Die jeweiligen auch von extern durchgeführten Audits bestätigen, dass die Massnahmen zweckmässig sind und eingehalten werden.

Aussichten 2023

Die Herausforderungen für das Geschäftsjahr 2024 sind ebenfalls wieder beachtlich. Neben diversen Arbeiten zum Unterhalt und zur Erneuerung von Kraftwerk- und Verteilanlagen sind verschiedene weitere Projekte bereits gestartet. Namentlich handelt es sich dabei um den Ersatz der 50-Kilovolt-Freileitung zwischen Sahli und Bisisthal sowie auch um die Sanierung des Schrägschachtes inklusive der Druckleitung des Kraftwerks Sahli-Glattalp. Die Vorbereitungsarbeiten sind nun so weit fortgeschritten, dass noch im ersten Semester 2024 mit den Bauarbeiten an beiden Projekten begonnen werden kann.

Per 1. Januar 2024 erfolgte die Umstellung auf das neue ERP-System. Im laufenden Geschäftsjahr erfolgt dann auch zum ersten Mal die Rezertifizierung unseres Qualitätsmanagement-Systems auf der neuen Softwareumgebung.

Die Projekte Konzessionserneuerung Muotakraftwerke und Sanierung Wasserkraft befinden sich nun definitiv auf der Zielgerade. Die Einspracheverhandlungen mit den Umweltverbänden konnten mit dem Ergebnis eines gemeinsamen Antrages an die Bewilligungsbehörden abgeschlossen werden. Aktuell laufen unter der Leitung des Bezirks Schwyz noch die Ausformulierung der Konzessionsverträge sowie die gegenseitigen Abstimmungen zwischen den Konzedenten (Bezirk Schwyz, Oberallmeindkorporation Schwyz, Genossame Muotathal und Korporation Uri).